Meine Gedanken zur Corona-Krise

Was viele nicht glauben wollten: Das Wachstum hat Grenzen!

Als ob es immer so weiterginge, das Wachstum keine Grenzen hätte, die Schöpfung, die Natur bis aufs Letzte ungestraft ausgequetscht und zerstört werden dürfte, ohne Rücksicht auf die Lebensgrundlagen unserer Kinder und  Enkelkinder nach dem Motto „nach uns die Sintflut“ haben wir gelebt. Wo führt dies hin, habe ich mich oft gefragt und kam zum Schluss: Wir fahren die Welt an die Wand, ins Verderben. Und als einzige Chance, dem zu entgehen, sah ich eine Naturkatastrophe. Ich bin kein Prophet, aber jetzt haben wir die Katastrophe.

Stillstand, große Angst und Verunsicherung, massive Einschränkung der Bewegungsfreiheit, Abstand halten, dem Tod ins Auge sehen, drohende Massenentlassungen, Weltwirtschaft am Boden, mühsam Erspartes verliert extrem an Wert, die Altersvorsorge wird bei Vielen nicht ausreichen, drohende Armut, Arbeitslosigkeit, Depression und Verzweiflung, Ungewissheit und Hilflosigkeit treiben uns um und drohen uns zu lähmen. Und laute Stimmen wie Donald Trump, die eine boomende Wirtschaft und „Normalität“ für wichtiger halten als Gesundheit und Menschenleben. Das macht Angst!

Und doch spürt man da eine nie dagewesene Solidarität und Hilfsbereitschaft, trotz körperlicher Distanz eine große, neue Nähe unter den Menschen, eine neue Achtsamkeit. Man hilft einander,  frischt telefonisch alte Freundschaften wieder auf. Dankbarkeit ist wieder angesagt. Die vorher bestimmende Hektik und Geschäftigkeit ist einer wohltuenden Ruhe gewichen. Eltern kümmern sich um ihre Kinder, wie seit Jahren nicht mehr.

Wie wird es weitergehen? An Krisen kann man zugrunde gehen, Krisen sind aber auch immer eine Chance neu anzufangen, neu zu denken. Krisen sind Katalysatoren des Fortschritts. Gerade in der Digitalisierung werden wir enorme Fortschritte erleben. Wir haben im Corona-Virus einen gemeinsamen Feind, das schweißt zusammen. Es wird weitergehen! Die Wissenschaft wird einen Impfstoff entwickeln und wirksame Medikamente.

Wie wird die Welt nach der Krise aussehen? Die Welt wird eine andere und ich glaube eine bessere sein. Trump wird nicht wiedergewählt! Wir und hoffentlich auch die Entscheider werden die Welt mit anderen Augen sehen. Wir werden achtsamer mit ihr umgehen, wir werden sie wieder als gottgewollte Schöpfung sehen und sie schützen mit all ihrer Schönheit, ihrer Tier- und Pflanzenwelt. Der Klimawandel verlangsamt sich, die Luft und das Wasser wird sauberer, das Artensterben macht Pause, Umweltverschmutzung wird konsequent bestraft. Das zwischenmenschliche Klima wird wärmer.

Ich hoffe und glaube ganz fest, die Menschen werden gelernt haben, achtsamer, menschlicher miteinander umzugehen. Die Menschen haben verstanden, dass Vermögen und Reichtum nicht entscheidend und glückbringend sind, dass gute Nachbarn und ein gutes Miteinander wichtiger sind, dass wir begriffen haben, dass soziale Verzichte nicht Verlust bedeuten müssen. Wir werden nicht mehr so viel reisen. Und wir werden wieder die Dankbarkeit entdecken. Dankbarkeit vielleicht sogar für die Krise.

Konstantin Eisele