| Haustyp: | Mühle mit Landwirtschaft |
| Besitzer: | Anton Graf, später Stoerk |
| Standort / ehem. Standort: | Obermöllenbronn 1 |
| Gebäudestatus: | 1965 Einstellung Mahlbetrieb |
In diesem Bauernhaus mit Getreidemühle wurde Matthias Bechtinger, gest. 1739, vh. mit Ursula, geb. Rothenbach, schon als Müller in Obermöllenbronn genannt. Vermutlich ihr Sohn Jakob, gest. 1776, übernahm die Mühle samt Landwirtschaft zusammen mit seiner Frau Marianna, geb. Walser aus Lippertsweiler, gest. 1773. Deren Sohn Anton, gest. 1828, ebenfalls Müller in Obermöllenbronn war verheiratet mit Marianne Ailinger aus Laubbronnen, gest. 1824. Ein anderer Sohn, Matthias, gest. 1806, wurde Obermüller im heutigen Sperrisweg 15 (siehe dort).
Die Mühle ging samt Landwirtschaft auf Bonifaz Graf von der Furtmühle in Engetweiler stammend, gest. 1835, und seiner Frau Franziska, geb. Hertnagel, über. Deren ältester Sohn Josef, gest. 1868, übernahm zusammen mit seiner Frau Kreszenz, geb. Maucher, gest. 1869, die Mühle. Deren Sohn Anton, gest. 1923, führte anschließend den Betrieb zusammen mit seiner Frau Marianne, geb. Frick, gest. 1894, weiter.
Deren Tochter Genovefa, gest. 1958, heiratete 1919 den Müller Fritz Stoerk, gest. 1966. Gemeinsam führten sie den Mühlenbetrieb sowie die Landwirtschaft weiter. Deren ältester Sohn Fritz jun., gest. 2018, sollte das komplette Mühlenanwesen übernehmen, wurde aber im Krieg so schwer an den Beinen verletzt, dass sein Vater der Meinung war, dass Fritz den Hof nicht mehr bewirtschaften kann. So wurde der jüngere Bruder Hermann, gest. 2012, der bereits eine Ausbildung zum Kaufmann bei der Firma Scheffold absolviert hatte, Bauer auf der eigentlich zur Mühle gehörenden Landwirtschaft.
Fritz jun. wurde nach einem langen Leidensweg und mehreren Operationen wieder soweit hergestellt, dass er 1955 die Meisterprüfung im Müllerhandwerk erfolgreich ablegen konnte und noch im selben Jahr seine Frau Rosemarie, geb. König, gest. 2021, heiratete. 1957 übernahm er von seinem Vater die Mühle sowie 7 Hektar Land. Es wurden im Laufe der 63-jährigen Ehe ein Stallgebäude und ein Wohnhaus gebaut und ebenso 7 Kinder großgezogen. 1965 wurden die Mahlsteine entfernt und der Mahlbetrieb eingestellt. Man war gegenüber den großen Mühlen nicht mehr konkurrenzfähig. Das Wasserrad wurde stillgelegt und eine Turbine eingebaut sowie ein kleines Mahlwerk angeschafft, um Kleie, Musmehl und andere Dinge aus Getreide herzustellen. Um diese Produkte sowie auch zugekauftes Kraftfutter, Tiernahrung und sonstige Artikel für die Bedürfnisse des täglichen Lebens anzubieten, wurde in der Mühle das „kleine Lädele“ gegründet, in dem Fritz und seine Familie gerne die zufriedene Kundschaft bediente. Daneben fuhr Fritz einmal wöchentlich mit seinem Pkw mit Hänger weiter entfernte Bestellungen aus. 2008 wurde dies schweren Herzens aufgegeben.
2020 kaufte die benachbarte Familie Zimmermann, Inge Zimmermann ist die Nichte von Fritz, das Mühlengebäude samt dem Wasserrecht. Somit ist die Obermöllenbronner Mühle samt Landwirtschaft wieder in einer Hand. Inzwischen wurde die ehem. Mühle zu einem Wohnhaus umgebaut.


